Als Schackenborg zum Königshaus zurückkehrte

Als Schackenborg zum Königshaus zurückkehrte

Prinz Joachim war nur neun Jahre alt als er Schackenborg übertragen bekam

Schackenborg und das Königshaus sind eng miteinander verbunden – sowohl historisch gesehen als auch heute. Viele Jahre bevor Hans Schack Schackenborg baute, waren das Gebiet und die alte Burg Møgeltønderhus königliches Lehen. Das Band zwischen dem Adelsgeschlecht Schack und dem Königshaus läuft wie ein roter Faden durch die Geschichte der Jahrhunderte. Daher ist es in keiner Weise ein Zufall, dass Schackenborg wieder zum Königshaus zurückkehrte, weil der letzte Schack auf Schloss Schackenborg, Lehnsgraf Hans Schack VI. und seine Ehefrau Gräfin Karin, kinderlos waren. Mitte der 1970er wurde der Gedanke, das Schloss an Prinz Joachim zu übertragen, veröffentlicht, aber erst 1978, als der Prinz neun Jahre alt war, wurde dies rechtskräftig.

Prinz Joachim erzählt:

”Zu diesem Zeitpunkt hatte ich Schackenborg erst einmal besucht. Aber ich habe Hans und Karin Schack gekannt so lange ich zurückdenken kann. Ende der 1970er kam ich etwas häufiger, um den Ort kennenzulernen, um Schackenborg zu erleben. Während der folgenden Jahre und bei den vielen Besuchen erzählte Hans Schack mir etwas über die reiche Geschichte des Hauses, aber auch, was man hier tat und wie alles zusammenhing. Ich habe das Wissen aufgesogen und mir auch die Freiheit genommen, in die Bücher einzutauchen, um noch mehr zu lernen.“

Prinz Joachim zieht in Schackenborg ein

1993 übernahm Prinz Joachim Schackenborg:

”Ich kannte Schackenborg bereits richtig gut, aber ich nutzte den ganzen Sommer 1993 dafür, mich intensiv damit zu beschäftigen. Glücklicherweise habe ich ein sehr gutes Gedächtnis was Geschichte betrifft, und die vielen Geschichten, die ich im Laufe der Jahre gehört hatte, saßen gut fest. Auf der Grundlage dieser erforschte ich jetzt Schackenborg, frischte die Geschichte wieder auf und konnte alle Details in die richtige Perspektive setzen“, erzählt Prinz Joachim.

Danach kamen zwei Jahre beim Unternehmen A.P. Møller, in denen der Prinz jeweils ein Jahr in Hong Kong und ein Jahr in Paris arbeitete, und erst danach konnte der Prinz sich ernsthaft mit dem großen und modernen landwirtschaftlichen Betrieb von Schackenborg beschäftigen. Er war gut auf diese Aufgabe vorbereitet, denn der Prinz hatte sowohl eine Ausbildung zum Landwirt als auch zum Agrarökonomen.

 „Schon seit ich neun Jahre alt war wusste ich, dass ich Landwirt werden wollte. Wenn ich an meine Zukunft dachte, dachte ich in keinen anderen Bahnen. Das kam ganz natürlich. Daher war ich nicht anders als die meisten meiner Mitstudenten, die auch immer gewusst hatten, dass sie Landwirt werden wollten. Ich mochte die Ausbildung und auch das Leben als Student unglaublich gern und als ich in Schackenborg einzog, hatte ich einen unbändigen Elan und Ideen, und ich hatte mir vorgenommen, dass jetzt ganz viel in der Landwirtschaft passieren sollte“, sagt Prinz Joachim.

In den folgenden Jahren wurden viele innovative Projekte realisiert, z.B. De 5 Gaarde (Konzept- und Produktionskooperation zwischen fünf Gutshöfen und Herrensitzen), Fleischproduktion, Produktion von qualitativ hochwertigen Rohwaren und nicht zuletzt Schackenborgs berühmte Weihnachtsbäume.

„Als allererstes kümmerte ich mich um die Weihnachtsbaumproduktion. Im ersten Jahr sagte ich, dass wir sofort mit der Weihnachtsbaumproduktion beginnen sollten, denn der Prozess dauert sieben Jahre, und wir fingen bei null an. Ich hatte Kenntnisse über Weihnachtsbäume aus meiner Zeit als Schüler der landwirtschaftlichen Schule auf der Insel Sjælland, und war daher davon überzeugt, dass Geografie, Geologie und Wetterverhältnisse bei Schackenborg genau richtig waren. Dazu kam die Lage nahe der Grenze. Das macht den Absatz in Europa sehr viel einfacher. Obwohl also einige meinten, dass der Salzgehalt der Luft zu hoch wäre, begannen wir mit der Weihnachtsbaumproduktion. Die Zeit hat gezeigt, dass wir auf Schackenborg nahezu ideale Verhältnisse für die Weihnachtsbaumproduktion haben, die heute hervorragend läuft“, sagt Prinz Joachim.

Restaurierung von Schackenborg und das Geschenk des dänischen Volks

Man kann ruhig sagen, dass das alte Schloss renovierungsbedürftig war als Prinz Joachim Schackenborg übernahm. Denn obwohl Schackenborg eine kulturhistorische Perle und eines der wenigen Schlösser in Sønderjylland ist, war im Laufe der Jahre nicht viel in die Instandhaltung investiert worden.

Als Prinz Joachim 1995 Prinzessin Alexandra heiratete bekam das Paar ein Geschenk vom dänischen Volk, Geld, das speziell für eine durchgreifende Instandsetzung insbesondere von Schackenborgs Äußerem verwendet werden sollte. Das erste große Projekt war eine Wiederherstellung der Hauptachse von Schackenborg. Die Arbeit war durch das Motiv einer Supraporte im Schloss inspiriert worden, das die gesamte Anlage um das Jahr 1760 zeigt. Die schöne Barockanlage hatte zwei Achsen, die sich rechtwinklig kreuzen. Mit einer umfassenden Wiederherstellung der Hauptachse bekam Schackenborg diesen Ausdruck wieder zurück. Die Wiederherstellung umfasste u.a. die gesamte Parkanlage, eine Instandsetzung der Südbrücke beim Torhaus sowie den Bau einer neuen Brücke bei der Zufahrt aus Richtung Osten.

Auch die Außenmauern von Schackenborg wurden mit den Mitteln aus dem Geschenk des dänischen Volks der notwendigen Renovierung unterzogen. Die Fassade wurde instandgesetzt und die Dächer neu gelegt. Besonders die Instandsetzung des Dachs war ein sehr großes Projekt, das u.a. das Ummauern von Schornsteinrohren sowie die Entfernung und Restaurierung von Erkern umfasste. Auch das alte Torhaus wurde umfassend restauriert.