Prinz Joachim erzählt

Prinz Joachim erzählt

Es wimmelt von Gespenstern auf Schackenborg

Wie in jedem anderen Schloss gibt es selbstverständlich auch auf Schackenborg Gespenster. Prinz Joachim erzählt:

”Auf Schackenborg wimmelt es von Gespenstern – es gibt sowohl das formelle als auch einige informelle. Das formelle Gespenst ist natürlich Die weiße Dame, das Gespenst der Bösen Gräfin. Die Böse Gräfin war die Witwe des dritten Grafen Schack auf Schackenborg. Als er starb wurde sie Vormund für seinen kleinen Sohn aus erster Ehe und damit Eigentümerin eines der größten Grundbesitze Dänemarks. Sie war ein junges Mädchen mit Durchsetzungsvermögen und einem ausgeprägten Geschäftssinn ohne eine Ausbildung dafür zu haben. Gleichzeitig war sie eine schroffe und bestimmte Dame, und es gibt schlimme Geschichten über sie. Es wird erzählt, dass sie sich eines Tages so über ein faules Dienstmädchen geärgert hat, dass sie dieses am Ofen festband und danach in die Kirche ging. Als sie wieder zurück kam, war nur noch das Skelett des Dienstmädchens zurück. Es stand und klapperte, weil es fror, denn das Feuer war ausgegangen. Als die Gräfin den Knoten des Bandes am Skelett öffnete, begann das Skelett zu schreien und lief die Treppe hinauf. Dort, wo das Skelett auf der Treppe zusammenfiel, hinterließ es Brandmarken, die man noch heute sehen kann.

Die Böse Gräfin ist immer noch eine sehr aktive Dame, denn sie geistert nicht nur auf Schackenborg, sondern auch auf Schloss Gram und auf dem Gut Giesegård – an diese wird sie ausgeliehen, wenn sie nicht zu viel zu tun hat.

Dann sind da noch die vielen anderen Gespenster, die im Laufe der Zeit auf Schackenborg gewesen sind. Eine Mieterin des Torhauses erlebte einmal, dass ihr Sohn eines Tages direkt gegen die Wand lief. Als sie ihn nach dem Grund fragte, erzählte er, dass er nur dem kleinen Mädchen hinterher gelaufen war. Später zeigte sich, dass früher einmal eine Tür an genau der Stelle gewesen war, an der der Junge gegen die Wand gelaufen war. Die Mieterin berichtete auch, dass der Spielzeugtraktor des Sohns eines Tages von allein über den Boden fuhr. Eine Person mit hellseherischen Fähigkeiten, die Schackenborg besuchte, erzählte, dass es wirklich Gespenster im Torhaus gegeben hat – ein junges verschmähtes Mädchen, das vergeblich auf ihren Verlobten wartete.

Ein anderer Mieter in der alten Gärtnerwohnung von Schackenborg klagte über lautstarken Krach auf dem Dachboden in der Nacht. Es wurden sofort mehrere Fallen aufgestellt und andere Maßnahmen ergriffen, denn man dachte, es wäre eine Marderfamilie auf dem Dachboden eingezogen. Es gelang auch, einen einzelnen Marder zu fangen – aber der Krach hörte nicht auf. Neue Mieter zogen kurze Zeit später in das Haus und auch sie konnten den Lärm in der Nacht hören – aber noch schlimmer war, dass sie irgendetwas spüren konnten. Sie hatten das Gefühl, in den Räumen belauscht zu werden. Die Mieter entschieden sich, eine Person mit hellseherischen Fähigkeiten kommen zu lassen, die erzählte, dass ein alter Hofmeister sich sehr gerne das andere Geschlecht ansah. Und der Lärm auf dem Dachboden kam von einem unzufriedenen Mieter, der nicht gewillt war, das Haus mit irgendwem zu teilen. Die Person mit hellseherischen Fähigkeiten schickte alle Geister weiter, und es wird gesagt, dass die Temperatur im Raum währenddessen drastisch sank. Seitdem ist kein Lärm mehr auf dem Dachboden gewesen.

Selbst habe ich keine Gespenster gesehen, aber ich bilde mir ein, ab und zu etwas gehört zu haben. Etwas, das dem am nächsten kommt, ereignete sich an einem Tag vor 3-4 Jahren. Wir standen mit einem befreundeten Paar mit kleinen Kindern in der großen Küche. Plötzlich sagte die kleine Tochter der Freunde: Wer ist die alte Frau da draußen? - und zeigte hinaus auf den Schlossplatz. Wir schauten sofort nach, aber es war nichts oder niemand zu sehen. Also, wer weiß? Vielleicht war das Die böse Gräfin, die von einem ihrer Besuche auf Schloss Gram oder auf dem Gut Giesegård zurückkam.”

Die Bäume der Kinder

Im Garten von Schackenborg stehen vier ganz besondere und schöne Bäume.

Prinz Joachim erzählt:

„Am Geburtstag jedes meiner Kinder habe ich einen Baum für sie im Garten pflanzen lassen. Man ist selbstverständlich niemals Herr über das genaue Geburtsdatum eines Kindes, deshalb habe ich einige Zeit vor der Geburt bereits den Baum und dessen Platzierung ausgesucht, damit am Tag der Geburt alles bereit war. Jedes Kind hat seinen eigenen Baum. Prinz Nikolais Baum ist eine Blutbuche, die am 28. August 1999 gepflanzt wurde. Als Prinz Felix am 22. Juli 2002 zur Welt kam wurde ein wunderschöner Tulpenbaum gepflanzt. Fünf Jahre später, am 4. Mai 2009, pflanzten wir eine Akazie, als Prinz Henrik geboren wurde. Und der letzte Baum im Garten wurde am 24. Januar 2012 in die Erde gesetzt. Das war Prinzessin Athenas kanadischer Ahorn, der ab Mitte September jedes Jahr in klaren roten Farben in Schackenborgs Garten leuchtet.“

Die Goldhörner gehören nach Schackenborg

Der wohl berühmteste Goldfund in der Geschichte Dänemarks, die Goldhörner, wurde in der Nähe von Schloss Schackenborg gefunden. Daher spielen sie eine ganz besondere Rolle für Schackenborg und Prinz Joachim. Auf dem großen Porträt von Prinz Joachim, das im beeindruckendsten Raum des Schlosses, Dem Roten Zimmer, hängt, ist Prinz Joachim zusammen mit einer Reproduktion der Goldhörner porträtiert. Diese Reproduktion steht im schönen Winterzimmer – und hier soll sie bleiben:

”Die Geschichte der Goldhörner ist eng mit Schackenborg und unserer gesamten Region verbunden. Sie sind Zeugen dafür, dass hier schon in der Vorzeit Wohlstand herrschte und lebhafte Aktivitäten stattfanden. Keiner weiß heute genau, wie die Goldhörner ausgesehen haben, da sie wie bekannt gestohlen und eingeschmolzen wurden. Die Rekonstruktion, die heute auf Schackenborg ist, wurde anhand von Zeichnungen und Skizzen der originalen Goldhörner gefertigt. Diese Goldhörner wurden König Christian X. überreicht, als er 1920 im wiedervereinten Sønderjylland über die Grenze ritt.

Ich selbst bekam sie von der Königin geschenkt, als ich in Schackenborg einzog, und sie haben eine ganz besondere Bedeutung für mich, für Schackenborg und für Sønderjylland. Daher gehören die Goldhörner auch hierher und sollen ewig hier bleiben.“