Rund um Schackenborg

Rund um Schackenborg

Der Park von Schloss Schackenborg ist über Jahrhunderte wechselnden Modelaunen unterworfen gewesen

Ein Garten ist niemals fertig. Er wächst und verändert sich andauernd. Der Park von Schloss Schackenborg ist keine Ausnahme. Die Anlagen sind seit dem 17. Jahrhundert wechselnden Modelaunen unterworfen gewesen. Bereits als Schackenborg gebaut wurde, wurden innerhalb des Wallgrabens um das Schloss Gärten angelegt. Diese werden heute der innere Schlosspark genannt.

Der äußere Schlosspark (allgemein Sønderhaven (Südgarten) genannt) wurde Ende des 17. Jahrhunderts von der verwitweten Gräfin Sophie Dorothea Schack angelegt. Der Park war ursprünglich ein typischer Barockgarten mit klaren Achsenaufteilungen, aber mit der Zeit hat er sich verändert. In den 1750ern wurde er z.B. zu einer französischen Anlage mit großen Lindenalleen umgebildet, und um das Jahr 1800 wurde der Schlosspark um einen Bereich mit Nadelbäumen erweitert. Im Laufe der Zeit wurden viele Bäume gepflanzt und heute ist ein großer Teil des Parks Wald.

Viele Jahre lang war auch der äußere Schlosspark dem Adelsgeschlecht Schack auf Schackenborg vorbehalten, aber mit der Zeit wurde er auch für die Bevölkerung in Møgeltønder geöffnet. 1970 konnte die Kommune Tønder schließlich die Verwaltung und die Haltung des Parks übernehmen und im Gegenzug ist er permanent für die Öffentlichkeit zugänglich.

Sowohl der innere als auch der äußere Schlosspark wurden später von Prinz Joachim renoviert, eine äußerst notwendige Maßnahme.

2007-2009 ließ Prinz Joachim umfassende Renovierungsarbeiten im Park durchführen. Die Wege wurden wieder hergestellt und die Hälfte der Bäume wurde entfernt. Viele der alten ursprünglichen Elemente wurden wieder hervorgeholt.

Slotfeltladen – von der Scheune zum Kulturzentrum

Die Scheune Slotfeltladen gehört ebenfalls zu Schackenborg, wird heute jedoch von der Kommune Tønder und freiwilligen Vereinen betrieben. Die Scheune wurde Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet. Damals war Schackenborg einer der größten landwirtschaftlichen Betriebe Dänemarks und die große Scheune wurde u.a. für Heu verwendet. Sie war bis 2008 in Gebrauch.

Weitere Informationen über die Scheune Slotfeltladen hier:

Damals begann man mit der Planung der Restaurierung, denn die Scheune ist ein bewahrungswürdiges Gebäude – nicht nur aufgrund seiner Größe, sondern auch weil sie nach den gleichen Prinzipien wie eine Basilika gebaut wurde. Die Größe machte nämlich eine besondere Bautechnik erforderlich. Da man Mitte des 18. Jahrhunderts kein Leimholz kannte, verwendete man stattdessen Plankensparren, die zusammengebolzt wurden. Auf diese Weise konnte man größere Dächer und Kuppeln konstruieren. Diese Technik war aus Italien bekannt, wo sie in der Konstruktion von mehreren berühmten Basiliken und Gebäuden verwendet wurde. Nur ganz wenige Gebäude in Dänemark sind wie die Scheune mit Plankensparren gebaut – eine von ihnen ist die Kuppel der Kirche von Schloss Christiansborg.

Die Stiftung Realdania und Ecco haben eine Totalrestaurierung der Scheune Slotfeltladen finanziert. Dabei handelte es sich um ein riesengroßes Projekt, das sich über zwei Jahre erstreckte und 9 Mio. DKK kostete. 2015 beteiligte Realdania sich wieder an der Finanzierung einer größeren Reparatur der Scheune nach dem Orkan 2013. Heute ist die Scheune Slotfeltladen ein Kulturzentrum und beliebtes Touristenziel.

Weitere Informationen über das Projekt hier:

Besucher können nicht nur das wunderschöne und beeindruckende Gebäude genießen, sondern auch einen Kurzfilm über die Restaurierung der Scheune Slotfeltladen, von Schackenborg und nicht zuletzt den Fund der Goldhörner ansehen.

Was der Boden verbarg: Der Fund der Goldhörner

Wenn man Schackenborg besucht gehört auch einer der bemerkenswertesten archäologischen Funde in Dänemarks Geschichte. Die beiden Goldhörner wurden nämlich in Gallehus, das zu Schackenborg gehörte, gefunden.

Am 27. Juni 1639 befand sich das junge Mädchen Kirstine Svendsdatter auf dem Weg nach Møgeltønder. In der Woche zuvor war sie den gleichen Weg gegangen, und hier hatte sie etwas entdeckt, von dem sie zuerst dachte, dass es eine Wurzel sei, die aus dem Boden herausragte. Wieder sah sie diese Wurzel und beschloss, sie herauszuziehen. Aber es war keine Wurzel. Sie spülte den Fund in einem Graben ab, wusste aber immer noch nicht, was sie gefunden hatte. Sie nahm ihren Fund mit nach Hause und alle meinten, sie hätte nur ein schäbiges altes Jagdhorn gefunden. Aber Kirstine glaubte dies nicht und der Goldschmied in Tønder bestätigte ihr, dass das Horn aus purem Gold war. Als die Nachricht über den Fund den König erreichte, befahl er, dass man ihm das Horn bringen solle und die junge Kirstine erhielt als Belohnung ein neues Kleid.

Das zweite Goldhorn wurde 95 Jahre später, am 21. April 1734, auf dem gleichen Feld bei Gallehus in der Nähe von Møgeltønder gefunden. Dieses Mal war der Finder der Kleinbauer Erik Lassen, der für einen neuen Boden in seinem kleinen Haus nach Lehm grub. Erik Lassen, im Alltag Jerck genannt, war Kleinbauer auf Schackenborg und daher brachte er das Horn zu Graf Otto Didrik Schack I. Jercks Horn war kürzer als das erste, weil ein Stück abgebrochen war, und der Graf schickte daher sofort sechs starke Männer mit Spaten los, um nach dem fehlenden Stück zu graben. Aber es wurde nie gefunden. Graf Schack belohnte Jerck mit 200 Reichstalern und schickte das Goldhorn nach Kopenhagen.

Die beiden Goldhörner sind bis heute der größte Goldfund Dänemarks. Sie stammen aus der germanischen Eisenzeit im 5. Jahrhundert und waren beide schön und kunstfertig verziert mit Motiven von Menschen, Tieren und Phantasiewesen. Auf dem kurzen Horn befand sich sogar eine Runeninschrift, die gedeutet wurde als: „Ich, Lægæst, zu Holts Gehöriger, machte Horn“ oder „Ich Lægæst, Mann des Waldes, machte das Horn “, aber man zweifelt immer noch an der Deutung. Die Hörner wurden vermutlich für Zeremonien und religiöse Rituale verwendet.

Dass der Fund heute als der bemerkenswerteste in der Geschichte Dänemarks angesehen wird, ist jedoch nicht auf die Goldhörner an sich zurückzuführen, sondern auf die Tragödie, die darauf folgte. Am 6. Mai 1802 wurden sie nämlich vom armen Goldschmied und Uhrmacher Niels Heidenreich aus der königlichen Kunstkammer gestohlen. Als der Dieb fast ein Jahr später gefangen wurde, war es zu spät. Er hatte das Gold eingeschmolzen und der dänische Nationalschatz war für immer verloren. Adam Oehlenschläger beweinte bereits kurz nach dem Diebstahl in einem der berühmtesten Gedichte Dänemarks, Guldhornene (Die Goldhörner), den Verlust. Zur Tragödie gehört übrigens auch, dass Niels Heidenreich nur wenige Häuser von Oehlenschläger entfernt wohnte, und dass er das berühmte Gedicht vielleicht sogar geschrieben hat, während Niels Heidenreich dabei war, die Goldhörner einzuschmelzen. Heute gibt es nur Rekonstruktionen der Goldhörner, hergestellt anhand der mehr oder weniger unsicheren Zeichnungen, die im Laufe der Zeit angefertigt wurden.